exzellenzblog

Seminar "Web2.0" am ISK der RWTH Aachen

Inkludisten vs. Exkludisten

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Selbst der Journalismus nutzt Wikipedia als Quelle für manch eine Recherche und fällt hin- und wieder auf die Nase. Wer erinnert sich nicht an die ewig und nicht aufhörenden (angeblich) Zunamen unseres jetzigen Verteidigunsministers Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg.Doch mag diese Quelle der Recherche bald im sandigen Fluss verlaufen?

Wikipedia scheint momentan in einer echten Zwickmühle zu stecken. Nicht nur die Frage nach der Verifizierung des Inhalts, die in unserem Seminar bereits mehrfach debattiert wurde, setzt Wikipedia jetzt zu. Nein, auch die Frage nach der inhaltliche Gestaltung.

Am 5.11.2009 trafen sich in Berlin Wikipedianer, Blogger, Journalisten sowie Anhänger des freien Wissens zu einer Podiumsdiskussion zum Thema “Relevanz in der Diskussion – Was kommt eigentlich in die Wikipedia und was nicht?”.

Die Debatte wurde inszeniert von Wikimedia Deutschland, welche sich spontan auf diese Diskussion einließ, nachdem es seit längerer Zeit Debatten über die inhaltliche Gestaltung von Wikipedia gibt. Diskutanten waren:

• Johnny Haeusler, Spreeblick-Blogger

• Pavel Mayer, Autor des Beitrags “99% aller Deutschen sind irrelevant”

• Leon Weber, langjähriger Wikipedianer, Mitglied im ChaosComputerClub und Blogger

• Martin Zeise, langjähriger Autor in der Wikipedia und Administrator

Die Gretchen Fragen

Die Relevanzfrage der einzelnen Artikel rief die Inkludisten und Exkludisten auf den Plan.

• Die Exkludisten wollen den Wert und den Nutzen von Wikipedia steigern, indem sie auf Qualität und Ausschluss setzen. Wikipedia soll zu einem exklusiven Gut konstituiert werden.

• Die Inkludisten wollen hingegen durch möglichst viel Informationsfülle und Wachstum überzeugen.    Als „Masse statt Klasse“ könnte man ihr Motto auch bezeichnen.

Exkludisten

Die Frage nach der inhaltlichen Gestaltung wird wohl maßgeblich durch die Funktion von Wikipedia gesteuert werden. Soll es ein spezielles Nachschlagewerk werden, in dem nur wissenschaftlich fundiertes wieder zufinden ist?

Die Exkludisten wollen die Qualität, also Wert und Nutzen, steigern, doch wer bestimmt diese? Die Administratoren, die eingetragenen Autoren oder muss sich nun jeder Nutzer aktiv an der  Gestaltung beteiligen? Damit das für ihn Relevante erhalten bleibt?

Inkludisten

Den Inkludisten helfen die „Werkzeuge des Internets“ (Bsp. Links)ihre „unübersichtlichen“ Informationen zu ordnen. Das Platzangebot im Netz ist von ausreichender Größe, auch für eine Wikipedia ihrer Vorstellung. Die Artikelwahl muss nicht unter den Aspekten des Umfangs und  Gewichts, wie bei herkömmlichen Druckwerken, bedacht werden. Doch ist dies eine Begründung um zu umfangreiche oder auch „informationslose“ Artikel die kaum einen nutzen zu behalten und zu würdigen.

Wer bestimmt das Wissen einer Kultur? Muss das Wissen unbedingt begrenzt werden?In welche Richtung sich Wikipedia bewegen wird, wird sich mit der Zeit abzeichnen. Doch eins ist gewiss, beide Parteien werden niemals gleichzeitig zufrieden gestellt werden können.


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Written by susannefroster

November 10, 2009 um 11:15 am

Veröffentlicht in Uncategorized

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Eine Antwort

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  1. Netter Artikel und gut strukturiert.

    Wenn ich den Artikel lese, sehe ich zwei Meinungen:

    Die kommerzielle Schiene:
    Ich finde die Haltung der Exkludisten nicht wirklich gut. Wenn ich schon höre: „…Qualität, also Wert und Nutzen..“, sehe in erster Linie die Dollar Zeichen in den Augen der Leute aufblitzen. Denn im Prinzip deutet das daraufhin das man mit Werbeeinnahmen und sonstiger Sachen sich den Inhalt erkauft, damit es dann auch seriös ist. Oder es wird ein kostenpflichtiger Service. Anders ist das ganze kaum zu bewältigen, da ihnen einfach die Kompetenz fehlt.

    Die liberale Schiene:
    Meiner Meinung nach lebt grade Wikipedia von der Community. Manchmal mögen die Informationen nicht ganz richtig sein, aber jeder benutzt es um einen groben Überblick zu bekommen. Grade weil so viele Menschen dort mitwirken, deckt Wikipedia ein großes Spektrum ab.

    Um Wikipedia zu verbessern müssten man mehr Moderatoren bzw. Fachleute auf die Inhalte schauen lassen, die diese dann verifizieren. Leider ist das schon eine ziemlich umfangreiche Angelegenheit, die wiederum kaum einer ohne Geld machen würde.

    Philipp Herz

    November 11, 2009 at 11:19 am


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