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Seminar "Web2.0" am ISK der RWTH Aachen

Bye-Bye, Facebook oder „Hallo Welt!“

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Wenn ich sag(t)e (man müsste eher von ‚eingestehen‘ sprechen), dass ich nicht im ‚StudiVZ‘ bin, blick(t)e ich meist in aufgerissene Augen, offene Münder, die ihre Weltordnung („Höfische Gesellschaft 2.0“ heißt es in der ‚Zeit‘ Nr. 44) zerstört glauben. Nachdem die entsetzten, ungläubigen Gesichter langsam ihr Bewusstsein wiedererlangen, folgen stets die klassischen W-Wörter: Warum? Weshalb? Wieso? Was diese Antihaltung solle? Ich versuche zu entgegen (denn eine Rechtfertigung meinerseits scheint aus der Sicht meines Gegenübers unerlässlich zu sein), dass es überhaupt nichts mit einer „Antihaltung“ zu tun habe, ich wisse es selbst nicht so genau, aber ich würde diese geschlossene Netzwerkwelt einfach nicht brauchen.

Als ich eben nichts ahnend das aktuelle Zeit-Magazin aufschlage, erblicke ich große, blaue, freundlich gesinnte Letter, die mich aufatmen lassen: „BYE-BYE, FACEBOOK – Die ersten Aussteiger haben die Ära der sozialen Netzwerke hinter sich“. Der Artikel berichtet u.a. über Stefan, Willi und Bill Gates, die eins gemeinsam haben: sie sind „Aussteiger“ (in diesem Zusammenhang eine Gänsehaut hervorrufende Bezeichnung). Sie erleichtern nun auch mein Leben: „Aber Stefan, Willi und Bill Gates sind auch nicht (mehr) bei Facebook!“ Für sie bedeutete ihr Facebook-Leben mehr und mehr Stress und verlorene Zeit. Einsam fühlen sie sich jedoch nicht, denn seelische Unterstützung gibt es für sie auf „ausgestiegen.com“, der „Verein der Freunde des Aussteigens aus sozialen Netzwerken“. Übrigens wird auch bei Facebook eine Rechtfertigung vom baldigen Gesellschaftsabtrünnigen verlangt, netterweise bekommt er zwei Wochen ‚Bedenkzeit‘, innerhalb dieser er jederzeit wieder zum sozialen Wesen werden kann. Lässt er diese Zeit verstreichen werden seine Daten auch (schon) gelöscht und seine ‚Freundschaften‘ verschwinden im Nichts. Kleiner Mann – was nun? (wobei Fallada diese Frage angesichts (marginal) größerer Umstände stellte)… Vielleicht hilft die Studie der Universität Zürich, die zu dem Ergebnis kam, dass Menschen, die keine Onlineprofile anlegen, im Durchschnitt ein wenig glücklicher und erfolgreicher sind.

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Written by fabauth

Dezember 4, 2009 um 2:12 pm

Veröffentlicht in Uncategorized

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