exzellenzblog

Seminar "Web2.0" am ISK der RWTH Aachen

Museum 2.0 ???

with one comment

Gerade habe ich einen Flyer zur Ausstellung „Körperwelten“ in Köln gesehen und musste unweigerlich an unsere Diskussion am Freitag über Museen denken 😛

Uns allen war ja klar, dass Museen oder Ausstellungen eine besondere Atmosphäre vermitteln. Man kann durch die antiken Fundstücke laufen, vor den großen Gemälden Picassos stehen oder eben auch, wie in Körperwelten, vor den Einzelteilen anderer Menschen. Dadurch steht man einfach mittendrin. Man fühlt sich vielleicht als geschichtsbegeisterter Besucher in die Antike zurückversetzt. Bei der Ausstellung Körperwelten ist es gerade diese Nähe zu den „echten“ Ausstellungsstücken, die die Diskussion anheitzen. Ich bin mir sicher, dass diese Ausstellung niemals so viel Aufmerksamkeit bekommen und soviel Aufsehen erregt hätte, wenn es sich dabei nur um Bilder der Objekte gehandelt hätte, oder eben wenn man die Ausstellung nur online zu sehen bekommen hätte.

Dennoch glaube ich, dass wir in Zukunft auch in diesem Bereich, ob es jetzt gefällt oder nicht, viel mehr im Internet zu sehen bekommen. Natürlich, wir sagen im Moment  „nein, diese Atmosphäre ist im Netz nicht zu fassen“ oder „nein, ins Museum zu gehen gibt mir so viel, das kann ich nicht missen“. Aber kann das wirklich gehalten werden ? Gehen wir in 50 Jahren noch Wochenende für Wochenende mit unseren Enkeln ins Museum oder wird das zu einer großen Ausnahme, da das meiste ohnehin online eingesehen werden kann ?

Ich denke, es gibt viele Aspekte, die dafür sprechen, dass sich auch im Bereich Museumskultur einiges tun wird. Schon jetzt wird doch häufig neben dem klassischen Ausstellungskatalog eine  DVD angeboten oder es gibt einen virtuellen Rundgang durch die Ausstellung. Denkt man dies weiter, ist doch die logische Konsequenz  die virtuelle Ausstellung im Web 2.0.

Auch die Zeit für Museumsbesuche ist nicht zu verarchten. Bei den ganzen Hobbies oder auch während der Unizeit bleibt doch oft kaum Zeit noch ins Museum zu gehen. Auch wenn wir uns in die Schulzeit zurückdenken, gab es, zumindest bei mir, sehr viele Museumsbesuche. Aber schaut man sich die jetztigen 12-Jahresabitur Jahrgänge an, ist der Stoff so viel, dass für die kleinen „Extras“  oft kein Platz bleibt. Gerade hier, wäre doch ein Ansatzpunkt von Onlineausstellungen. Viel einfacher ist es die Kinder an ihrem heimischen Rechner durch die Ausstellung gehen zu lassen oder eine Schulstunde für einen gemeinsamen Online-Durchgang zu opfern als einen ganzen Tag durch die Gegend zu fahren um sich eine Ausstellung anzusehen.

Was auch nicht zu verachten ist, ist meiner Meinung nach der Preis. Der Eintritt zu Körperwelten beispielsweise kostet Kinder 13 und Erwachsene 17 Euro. Natürlich ist das kein Preis, der einen in den Ruin treibt, aber für manche doch ein ganzer Batzen Geld. Viel einfacher wäre es auch hier, sich mit seiner Flatrate die Ausstellung online anzusehen.

Sicherlich wären Online-Museen auch eine Chance. Viele Leute halten Museen doch für total langweilig und würden ungerne eines besuchen. Vielleicht wären gerade Ausstellungen, die man im Internet schnell ansehen kann und wo man sich auch, ohne schief angesehen zu werden, einfach wieder wegklicken kann, auch für solche Menschen eine Möglichkeit.

So, ich hoffe, dass ihr mich nicht falsch versteht. Ich gehe sehr gerne in Museen und wäre die Letzte, die für deren Abschaffung plädiert, aber müssen wir uns nicht mit diesem Gedanken anfreunden? Ich glaube schon. Wir haben zwar alle gesagt, dass das Museum nicht aussterben wird, weil es so etwas Besonderes ist, aber man muss auch bedenken, dass wir als Abiturienten doch irgendwie schon vorgeprägt sind. Ich möchte keine Wertung vornehmen, aber können wir uns sicher sein, dass bildungsfernere Menschen das genauso sehen wie wir ???

Ich freue mich auf Kommentare dazu..hehe..auch wenn wir das ja schonmal angerissen haben 😛

Advertisements

Written by marinascheiff

Oktober 24, 2009 um 4:39 pm

Veröffentlicht in Uncategorized

Eine Antwort

Subscribe to comments with RSS.

  1. Erstmal:
    Ich geh eigt. nie ins Museum. Was nicht heißt, dass ich es nicht auch gerne tun würde…werde das mal nachholen wenn mir langweilig wird^^

    Und ich bin ja der Meinung, dass man das Museumsfeeling wirklich nicht so einfach ins Netz importieren kann. Man kann zwar Bilder machen und tolle virtuelle Führungen machen. Aber der Flair des Museums IN einem Museum überhaupt zu sein ist was ganz anderes. Man stellt sich einfach mal vor wie man vor einem Glaskasten steht und in dem Glaskasten steht ein Sarkophag eines Pharaos, der wat weiß wie alt ist. Nur 10 cm von einem entfertn…diese LIVE erleben kann man mit dem Internet nicht so leicht machen. Genauso wie ein Fallschirm Sprung Video nicht annähernd an die Realität herankommt.
    Auch wenn das Internet tolle Sachen anbietet so muss es dennoch nur auf Video, Bild und Ton zurückgreifen.

    Philipp Herz

    Oktober 25, 2009 at 9:41 pm


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: