exzellenzblog

Seminar "Web2.0" am ISK der RWTH Aachen

exzellenz x2.0

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es ist vollbracht!

am 19. oktober 2009 wurde unsere rwth aachen im wettbewerb „exzellente lehre“ für ihr zukunftskonzept „studierende im fokus der exzellenz“ ausgezeichnet. das preisgeld in höhe von 1 millionen euro soll dem konzept folgend hauptsächlich dafür ausgegeben werden, stuiderendenanfänger besser zu informieren und zu betreuen.

auf den tag genau 2 jahre nach dem fulminanten erfolg, mit dem die rwth auch im bereich der forschung als exzellent ausgezeichnet wurde wird auch die lehre exzellent. auch wenn es bis dahin streng genommen noch ein weiter weg ist.
das hat auch die arbeitsgruppe lehre erkannt, die sich für das zukunftskonzept verantworlich zeigt. so werden als schwächen der aktuellen lehre unter anderem eine „verbesserungsbedürftige organisation des studiums“, sowie „schlechte betreuungsrelation“, „zu geringe studierendenfokussierte Abstimmung der studienverlaufspläne“ und eine „verbesserungsbedürftige räumliche infrastruktur“ genannt. das klingt alles leidlich bekannt.

dennoch. die hoffnung das nun alles besser wird ist sicherlich nicht gänzlich unberechtigt, aber überlaufene hör- und seminarräume wird die auszeichnung nicht verhindern sondern ehr das problem verschärfen. ein studium an einer doppeltexzellenten hochschule macht schließlich etwas her und wenn man sich dann noch in erinnerung ruft, dass mit dem preis nicht die aktuelle lehre ausgezeichnet wird sondern das, was die hochschule noch geplant hat (und wenn es ersteinmal nur das ziel ist studienanfänger besser über ein studium an der rwth zu informieren, das ziel dahinter sollte klar sein) so zeigt der ansatz, dass hochschule ihre hausaufgaben langsam macht.

ein klares problem findet sich aber im selbstverständniss der hochschule insgesamt.
die ausrichtung der rwth als forschungsuniversität mag sich einerseits in forschungsnaher ausbildung ausdrücken, allerdings besteht die gefahr, dass investitionen in die zukunft die lehre vernachlässigen und stattdessen ehr der forschung zugute kommen. ein guter absolvent bringt letzendlich weniger reputation als ein international renomiertes institut.

ob sich an dieser haltung in nächster zeit etwas ändert und die lehre einen größeren stellenwert bekommt, nämlich den, den sie verdient (denn was ist schon eine uni ohne studenten? exzellent sicherlich nicht) bleibt abzuwarten und ist zu beweifeln.

schuld sind aber auch die studenten, deren höchstes erkläres ziel es zu sein scheint, möglichst schnell und glatt durch das studium zu kommen, nebenbei noch diverse praktika zu absolvieren und gerenell alles zu tuen um auf dem hart umkämpften arbeitsmarkt eine realistische chance zu haben. an soziales engagement, demonstrationen und politsche statements denkt kaum jemand, es bleibt auch keine zeit dafür. auch hier besteht handlungsbedarf.
die jetzige situation sollte für einen exzellenten studenten nur mit größten magenschmerzen hinnehmbar sein.

alle zusammen sollten die chancen nutzen um das studium allgemein zu verbessern, denn wie heißt es so schön wie hohl:

wenn wir in die zukunft investieren wollen müssen wir in bildung investieren

die offizielle nachricht findet sich hier

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Written by felixschaap

Oktober 19, 2009 um 3:42 pm

Veröffentlicht in Uncategorized

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5 Antworten

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  1. Auch wenn mein Beitrag nicht ganz korrekt in Sachen Rechtschreibung war, wünsche ich mir doch zu mindestens Groß- & klein-Schreibung.

    Und zum Thema.
    Meiner Meinung ist nicht allzuviel Exzellenz bei uns angekommen.
    Ich denke das drückt dein Artikel auch aus.
    Mh..ich sollte Kommentare nüchterner schreiben…^^

    Philipp Herz

    Oktober 19, 2009 at 6:33 pm

  2. Ich persönlich habe nichts gegen gross und kleinschreibung, dies ist im internet eh verbreitet, wir schreiben hier ja keine wissenschaftlichen abhandlungen oder ähnliches.

    zur exzellenzuni: hier kann ich nur sagen: ich habe ein geisteswissenschaftliches fach an einer technischen hochschule begonnen… dass da gerade diese dann besonders im hinblick auf verschiedene berufs-einführungs-veranstaltungen ins hintertreffen geraten, ist zwar ärgerlich, aber verwundert mich nun leider auch nicht… ich stimme dem autor jedoch auch in bezug auf das fehlende soziale engagement der studenten zu. ich würde mir auch mehr aktivität wünschen, aber ich sehe es an mir selbst, wer sich in irgendwelchen gemeinnützigen sachen verstrickt und daher sein studium unnötig in die länge zieht, hat automatisch nachteile auf dem arbeitsmarkt. von der exzellenz sehe ich auch wirklich nichts, da sich für mich einfach nichts verändert hat, seitdem die rwth diese auszeichnung erhalten hat. aber wie der autor schon sagt, lieber alles in die forschung stecken und so international einen guten ruf geniessen, während die studenten im seminarraum wgn. platzmangel auf den tischen sitzen müssen.

    cwort

    Oktober 20, 2009 at 5:15 pm

    • Die finanzielle Unterstützung, die die Universitäten im Rahmen der Exzellenzinitiative erhalten, dient der Förderung der Forschung und Lehre und nicht dem Unterhalt von Gebäuden.

      Dass die Räumlichkeiten sehr wohl die Lehre und das Wohlbefinden der Studenten beeinflussen ist sicherlich von Bedeutung und sollte als Tatsache nicht unterschätzt werden, aber man sollte nicht aus den Augen verlieren, wozu die Gelder bestimmt eigentlich bestimmt sind. So viel ich weiß, ist der Bau und Unterhalt von Universitätsgebäuden Ländersache.
      Zudem stehen größere Bauprojekte bevor und ich sehe nicht ein, wieso wir uns deswegen beklagen sollten.

      aantonios

      Oktober 21, 2009 at 8:56 am

  3. Ich finde deinen Beitrag sicherlich interessant, aber ich kann nicht nachvollziehen inwiefern der Studierende für diese Situation verantwortlich sei.
    Wir haben drei Jahre Zeit, um den Stoff zu bewältigen, für den unsere Vorgänger 4 1/2 nötig hatten. Hinzu müssen wir eine Sprache und sonstige interdisziplinäre Veranstaltungen besuchen. Wenn wir nicht gerade dabei sind für Klausuren zu lernen und keine Hausarbeiten schreiben müssen, haben wir max. 4 Wochen Zeit pro Semester (wenn überhaupt), um ein Praktikum zu machen. Schlie8lich ist das ebenfalls Bestandteil der Studienvoraussetzungen und wird zudem gern gesehen. Der Witz dabei ist, dass der zukunftige Arbeitgeber uns den Vogel zeigen wird, wenn wir es wagen tatsächlich zu behaupten, dass wir eine vierwöchige Praxiserfahrung haben. Seien wir mal ehrlich:

    Dieses „Fastfood-Studium“ ist wirklich nicht das Ziel europäischer Bildungspolitik gewesen. Zum Glück wurde dies erkannt und der BA-Stoff wird gekürzt (so diverse deutsche Zeitungen).

    Wo bleibt bitte da Zeit für Politik und soziales Engagement? Mag sein, dass der Bildungsstreik von uns nicht ausreichend unterstützt wurde, aber dies hat nichts mit unserem Interesse für Politik zu tun, sondern mit dem Wunsch ganz einfach den „Abschluss“ zu schaffen.
    Sicherlich würden jetzt meine Landsleute in Griechenland oder die französischen Studenten mit den Kopf schütteln, da beide Nationen eine ganz andere Streikkultur pflegen, aber das liegt womöglich auch daran, dass es denen bedeutend schlechter geht.

    Was dem deutschen Studenten mittlerweile ganz einfach fehlt, ist die ehemalige Selbstständigkeit und das Recht der Mitbestimmung und Mitgestaltung des eigenen Studiums. Und natürlich Zeit. Zeit die Praktika auszuführen und Zeit sich sozial und politisch zu engagieren.

    aa

    aantonios

    Oktober 20, 2009 at 5:29 pm

    • Ersteinmal vorweg, die Entscheidung den Artikel in radikaler Kleinschreibung zu verfassen, war eine bewusste. Über die Gründe würde ich mich ausschweigen, wohl auch, weil es keine wirklich formulierbaren waren.

      Zum Inhalt umd zur Exzellenz gab es ja schon ein paar Kommentare in der sich meiner Meinung nach einige inhaltliche Fehler eingeschlichen haben.

      Die grossangelegte Werbung für die „Eliteuni“ von vor 2 Jahren war ein reines Luftschloss. Für die Lehre war nicht ein einziger Cent der enormen Fördermittel vorgesehen, es ging um eine reine Förderung der Forschung.
      Bezeichnend finde ich es, dass die Förderung der Forschung um ein vielfaches höher liegt als die einmalige Investition in die Lehre im Rahmen des thematisierten Exzellenzwettbewerbes.
      Offensichtlich ist die Wirtschaft nicht daran interessiert, gut ausgebildete Arbeitsräfte zu fördern, sondern investiert ihr Geld lieber in die Forschung und damit in die eigene Marktbedeutung. Das Schreckgespenst der Arbeitslosigkeit tut den Rest und treibt die Studenten trotz schlechter Studienbedingungen zu Höchstleistungen ich höchst überfüllten Hörsäälen an.
      Wen es da noch wundert, dass in der nachwachsenden Generation psychische Krankheiten, Stress und Burnout-Syndrome deutlich ansteigen ist offensichtlich mit einer bewunderswerten Ignoranz gesegnet.
      Leider scheint es sich noch nicht in Gänze herumgesprochen zu haben, dass die Frage ob es nicht auch andere Gründe für diese Entwicklung geben könnte nicht vor einem unabhängigen Gericht entschieden wird und über jeden Zweifel erhaben sein muss. Ein begründeter Verdacht sollte ausreichen, und dass etwas schiefläuft im System sollte relativ klar sein.

      Leider sind die Signale die gesendet werden kontrapoduktiv. „Wer nicht bereit ist Leistung zu bringen wird auf dem Arbeitsmarkt keine Chance haben“ hört man da. Leistung ist ein schönes Wort. Eine ganze Branche ist auf diesem Misthaufen aus Leistungsdruck und Konkurenzgedanken gewachsen. Nein, nicht die Psychologen, die waren schon vorher da. Es geht um die Wellness-Oasen, -Tempel und -Stuidos, die es dem gestessten Arbeitnehmer erlauben seine Freizeit zum Erhohlen sinnvoll aufzubrauchen. Damit entfallen die störenden Krankzeiten, was manache Arbeitnehmer sogar mit Zuschüssen zu Wellness belohnen. Schließlich ist nur ein entspannter Arbeiter ein guter Arbeiter. Aber ich schweife ab. Weit. Zu weit.

      Zurück zur Exzellenz.
      Das ein einer Technischen Hochschule die Geisteswissenschaften ein ehr stiefmütterliches Dasein fristen mag sicher einleuchtend klingen. Akzeptabel ist es aber desswegen noch lange nicht.

      Inwiefern der Student an der Situation Schuld trägt ist ganz gut von der Pop-Band „Die Ärzte“ formuliert worden. Da heißt es

      „Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist,
      es ist nur deine Schuld wenn sie so bleibt!“

      Früher gab es auch in Deutschland eine Streitkultur und es flogen Steine. Das das nicht der in letzter Instanz richtige Weg ist sollte klar sein, aber es bleibt zwischen Chinesisch-Sprachkurs (weil ein Land ohne Menschenrechte zwar eigentlich abscheulich ist, aber hey, man kann gut Geschäfte mit ihnen machen, weil Menschenrechte und gerechte Löhne nicht unbedingt voneinander unabhänige Größen sein müssen), Wellness-Massage und Kampf um einen Sitzplatz in der Uni auch einfach keine Zeit mehr. Egal ob zum Steine werfen oder über einen besseren Weg nachdenken. Währenddessen könnte die Konkurenz ja etwas lernen und uns im Rennen um den Vorstandsvorsitz davonziehen.

      Auch ein ganz interessanter Artikel zum gesamtdeutschen Bildungssystem auf FAZ.de vom Januar 2009 findet sich hier:
      http://tinyurl.com/724wx3

      felixschaap

      Oktober 21, 2009 at 4:38 pm


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